Maria und die Kirche
Maria / Kirche
Sophia
Urbild
Himmel
Maria im Gloria
Kürzel

Vortrag 1963/64 im Germanikum zu Rom

Diesen Festvortrag hielt ich als junger Priester  aus Anlaß einer Feierstunde der Marianischen Kongregation. Viele Zuhörer wunderten sich, manche waren verärgert. Zu ungewohnt war die These.

Unser Spiritual Wilhelm Klein SJ hatte einige Jahre zuvor immer wieder von Maria als der reinen,  ungefallenen Schöpfung gesprochen, so daß ich sogar ein eigenes Steno-Kürzel für diesen Begriff  ersann; inzwischen fand aber schon das Konzil statt, die Zeit hatte andere Sorgen als eine derart seltsame Spekulation. Heute besser als damals verstehe ich, daß man den Kopf schüttelte.

An meinem Marienglauben hat sich seither  nichts geändert, deshalb entreiße ich den Vortrag der Vergessenheit in der MC-Zeitschrift “die Sendung” (3/64). [In Klammern die Anmerkungen dieser Veröffentlichung, dem Vortragstext später beigefügt]

Die Schutzmantel-Madonna  (von F. Schramm, Ravensburg um 1480) hat 1962 eins meiner Primizbildchen geschmückt. Schöner läßt das in dieser These Gemeinte sich nicht sichtbar ausdrücken.

Im 17. Jahrhundert gehörte in vielen marianischen Kongregationen zu den Bedingungen der Aufnahme der Eid auf die unbefleckte Empfängnis der Gottesmutter: die Sodalen schworen, lange vor dem Dogma, diese Lehre zu halten und zu verteidigen. -Ich glaube, wir wären schlechte Nachkommen unserer Ahnen, wollten wir nicht, vielleicht äußerlich nüchterner, aber genau so sicher und mutig, uns dem Geiste anvertrauen, der heute die Mariologie bewegt: Ging es damals um die unbefleckte Empfängnis, so geht es heute um die Gnadenvermittlung, oder; was dasselbe ist, um das Verständnis Maria - Kirche. [Wer den hier kurz vorgelegten Gedanken nachgehen möchte, findet reiche Anregungen in den Büchern: Alois Müller, Ecclesia-Maria; die Einheit Marias und der Kirche, Freiburg/Schweiz 1955 (stellt dar die Lehre der Väter). Otto Semmelroth, Urbild der Kirche, Würzburg' 1950.]

Zunächst gibt es eine erstaunliche Menge von Titeln; welche sowohl auf die Kirche wie auf Maria angewandt werden. Ja, fast die ganze lauretanische Litanei könnte man auch als einen Hymnus auf die heilige Kirche verstehen: Mater amabilis, Virgo praedicanda, Sedes Sapientiae, Rosa Mystica, Domus aurea, Foederis arca, Ianua caeli, refugium peccatorum ... Die wichtigsten Namen sind aber wohl diese: Braut Gottes, Mutter Christi, unsere Mutter. All das ist sowohl Maria wie auch die Kirche: Braut Gottes ist die Kirche, welche als neue Eva aus dem Todesschlaf des zweiten Adam entstand; doch auch Maria ist die Braut, die makellose, die sich der Herr vermählt. Mutter Christi ist Maria, aber auch die Kirche, die Ihn in uns beständig neu gebiert. Unsere Mutter endlich nennen wir ebenfalls beide.

Wie ist diese Zusammengehörigkeit nun des näheren zu verstehen? Man möchte sich vielleicht zunächst mit dem Begriff einer gewissen Urbildlichkeit zufrieden geben: Die Idee "erlöstes Geschöpf" wäre sozusagen auf eine Weise, und die höchste, in Maria verwirklicht, auf andere Weise in den übrigen Gliedern der Kirche. An Maria ließe sich also beispielhaft ablesen, was auch unsere Würde und Aufgabe ausmacht. Diese durchaus klare, einsichtige und weit verbreitete Theorie sagt natürlich nichts Falsches und wird auch die meisten Texte der Überlieferung hinreichend erklären können. Jene verhältnismäßig wenigen Aussagen, denen sie offenbar aber doch nicht ganz gerecht werden kann, wird sie ohne viel Zögern und ohne streng und bloß wissenschaftlich widerlegt werden zu können, eben als metaphorische Redeweisen hinstellen.

Drei Aussagen

Ich möchte nun kurz drei Beispiele solcher im allgemeinen nicht recht ernst genommener Aussagen bringen, wohlgemerkt nicht als strikten theologischen Beweis für die gleich vorzutragende Ansicht: eine Theorie, ein Gesamtverständnis als solches läßt sich ja niemals mit einzelnen Argumenten wirklich beweisen, sondern wird sich, wenn es tatsächlich klarer und tiefer ist als andere, de facto langsam durchsetzen.

1. Apk. 12. Wir kennen alle das Bild vom großen Zeichen, der Frau mit den zwölf Sternen auf dem Haupt. Die Exegeten waren und sind uneins, ob hier ein Marienbild oder die Kirche gezeichnet wird [Vgl. den Überblick von J. Sickenberger, Th.Q 126(1946), 361-389]. Beide Seiten führen gute Gründe an. Wer die Stelle ohne jegliche Gewalttätigkeit verstehen will, kommt, so scheint es, an einer gewissen Identifizierung Mariens und der Kirche nicht vorbei.

2. Des Kyrill von Alexandrien Marienlitanei aus einer Predigt, gehalten anläßlich des Konzils von Ephesus [Hom. div. 4 (PG 77, 992B-996C)]. Eine ganze Litanei lang wird Maria beständig mit Titeln versehen, die eigentlich nur auf die Kirche zu passen scheinen. Beispiele: "Durch dich werden die Gläubigen getauft, haben die Apostel den Heiden gepredigt!" Am Schluß wird dann klar die Selbigkeit Mariens und der Kirche ausgesprochen: "Feiern wir die Immerjungfrau Maria, das heißt die Heilige Kirche, und ihren Sohn und makellosen Bräutigam." Deutlicher geht es nicht mehr .All dies klingt gewissen Ohren so offensichtlich überspannt, daß in der neuen kritischen Ausgabe der Konzilsakten lapidar und ohne Begründung die Rede dem Kyrill abgesprochen wird [Ed. Schwartz, ACO I,1,2; S. 102; Anm. zu Z. 12]. Methodisch besser wäre es wohl, sie einmal wörtlich zu nehmen und zu sehen, was dabei herauskommt.

3. Grignion von Montfort schreibt in seinem Traktat [Nr.48] über die Heiligen der Endzeit: " ...mit der anderen Hand werden sie auferbauen den Tempel des wahren Salomon und die geheimnisvolle Stadt Gottes, d. h. die allerheiligste Jungfrau." Auch diese Rede ist vielen hart; in der deutschen Übersetzung z.B. [Das Goldene Buch, Freiburg/Schweiz 1960, S. 68] ist der entscheidende Nerv der Aussage einfach weggelassen. Diese Tat einer ratlosen Übersetzerin läßt sich freilich verstehen, nicht aber wissenschaftlich billigen.

Als Schlüssel, die Zusammengehörigkeit Mariens und der Kirche zu verstehen, scheinen diese Texte den ungeheuer einfachen Satz nahezulegen: Maria = Kirche. Fragen wir uns, wie man solch einer verblüffenden Aussage einen Sinn abgewinnen kann. Zuerst wird es gut sein, einige Mißverständnisse auszuräumen.

 Maria = Kirche

Der Satz: Maria = Kirche will natürlich nicht den Unsinn verteidigen, Maria sei nichts anderes als nur die Kirche und die Kirche sei ausschließlich Maria. Die Gesamtheit aller Katholiken ist unter einer bestimmten Rücksicht durchaus von jener jüdischen Frau Maria unterschieden: ein Irrer müßte, um das zu leugnen, schon äußerst spekulativ sein!

Ein zweites Mißverständnis ist schon erheblich ernster. Es ist auf jeden Fall die Vorstellung zu vermeiden, als sei Maria eigentlich gar nicht ursprünglich jenes Mädchen aus Nazareth, sondern sie sei vielmehr was weiß ich für ein gnostisches Zwischenwesen, die reine Schöpfung als solche, vor Anfang der Welt schon erschaffen und in Maria aus Nazareth nur irgendwie inkarniert, ähnlich wie in Jesus das ewige Wort Gottes. So geht es sicherlich nicht. Nicht ein einziges Geschöpf hat Gott gewollt, dessen nur unwesentliche Ableger die Übrigen wären: sondern die Vielheit gehört zur Geschöpflichkeit dazu; nicht wegzudenken ist von der Magd des Herrn das demütige Bewußtsein, eben nicht alles und die Einzige, sondern eine aus unzähligen Mitkreaturen zu sein. Jede endliche Person wird einzeln und unmittelbar von Gott erschaffen; jeder von uns verdankt zwar das, was er ist, vielen andern - sich selbst aber als Person unmittelbar Gott und niemand sonst. Auch nicht Maria, sie ist vielmehr eine aus uns, unsre Schwester, nicht aber, ich wiederhole es, eine menschgewordene Äonin.

Hat aber dann der Satz Maria = Kirche noch einen Sinn? Die Kirche ist ja nun einmal mehr als irgend ein einzelnes Geschöpf; sie ist die neue Schöpfung; nicht aber hat Gott viele Bräute ... Wie kann eine Einzelne die Kirche sein? Jetzt sind wir am entscheidenden Punkt angekommen; um hier weiter zu finden, müssen wir zunächst einen Umweg einschlagen.

Person, Natur und Relation

Was ist eine Person? Nun, zunächst ist jeder Mensch eine Person. Wenn ein Lebewesen denken kann, ist es eine Person. Der Unterschied zwischen zwei Menschen liegt aber nicht nur darin, daß sie verschiedene Personen sind. Auch zwei Löwen sind unterschieden, obwohl sie keine Personen sind. Sie unterscheiden sich durch ihre individuelle Natur. Ob sie sich gegenüber stehen oder nebeneinander, immer sind es zwei. Und so auch bei uns Menschen.

Bei den göttlichen Personen ist es ganz anders. Ich kann sie, als Personen, nicht nebeneinander betrachten: in solcher Hinsicht sind sie der eine Gott und unterscheiden sich gar nicht, sind gar nicht als Personen. Sondern sie sind verschiedene Personen nur, insofern sie sich gegenüberstehen, aufeinander bezogen sind. So ist der ewige Sohn Gottes als Person dadurch begründet, daß er dem Vater als abhängige, erzeugte Person gegenübersteht. Er ist, wie man sagt, nichts anderes als der Vater; denn er hat dieselbe Natur. Aber ist ein anderer; denn er ist Gott nicht als Vater, sondern, diesem gegenüber, als Sohn. - Zwei Begriffe von Person müssen wir also scharf auseinanderhalten: Person als besondere Natur und Person als besondere Relation; Person als in sich und Person als Gegenüber.

Nun kann eine Person im ersten Sinn offenbar niemals eine andere werden (sofern ich beide in sich betrachte, in der Natur, die ihnen ursprünglich zukommt). Kann auch, wie es im Himmel wohl irgendwie sein wird, eine der anderen Anteil an der eigenen Natur gewähren, so bleiben sie trotzdem als Personen im ersten Sinn unterschieden. Immer bleibt der Unterschied, daß ich meine Natur ursprünglich besitze, ein anderer nur in Teilhabe. Keiner kann je ich werden und ich kein anderer; es läge auch für niemand ein Reiz darin.

Anders steht es bei einer Person, insofern sie nicht durch den Besitz einer bestimmten Natur, sondern als bestimmte Relation begründet ist: Christus, der ursprüngliche, eingeborene Sohn Gottes, kann und will uns zur Teilhabe an sich selber zulassen, so daß in Ihm auch wir Gottes Kinder werden: da das Person-Sein des Sohnes eine Relation ist, werden wir gnadenhaft, sofern wir in die gleiche Relation eintreten, dann auch diese Person: er stellt uns gewissermaßen vor sich hin und wir sehen mit Seinen Augen den Vater und der Vater sieht uns in Ihm: In Bezug auf den Vater sind wir wirklich Er geworden. Freilich bleibt Er Gott und wir Geschöpfe; d.h. Er ist, wir aber werden der Sohn; doch werden wir es wirklich: Christus lebt in mir, sagt Paulus; dort, wo wir am tiefsten wir selbst sind, dort haben wir Teil an der Sohnschaft des Einziggeborenen.

Mit der Menschwerdung ist die Kirche gegründet

Jetzt zurück zu unserem Thema Maria = Kirche. Maria ist, so sahen wir, zunächst einfach unsere Schwester, eine Person wie wir, jenes Mädchen aus Nazareth. Nun aber sieht der Herr herab auf seine niedrige Magd und was Er tut, ist gewaltig: Er wählt dieses eine Geschöpf, welches aus sich wie alle anderen Geschöpfe nur leere, unfähige Sehnsucht nach Gott war, er wählt Maria aus und erfüllt in ihr das Verlangen aller Geschöpfe nach Frieden und Vereinigung mit Gott. Für uns Menschen und um unseres Heiles willen ist Er vom Himmel herabgestiegen und hat Fleisch angenommen aus Maria. Was heißt: für uns Menschen? Es heißt, daß es Gott bei der Menschwerdung nicht zuvörderst darauf ankam, neben Seiner göttlichen auch noch die menschliche Natur zu Eigen zu haben - wozu auch wohl? Sondern was Er wollte, ist dies: Seine Geschöpfe, Seine von Ihm zu Ihm hin erschaffenen Personen mit Sich selbst verbinden. Wenn also das ewige Wort Sich Seiner Braut vermählt, so tut Er das aus Liebe zu ihr, um Sich ihr zu offenbaren und sie durch ihren Glauben zu Sich selbst emporzuheben; nicht aber tut er es vor allem wegen des Hochzeitsgeschenkes, das sie ihm darbringt: seine in ihr entstandene menschliche Natur, die auch von ihrer Person ablösbar ist, wenigstens für kurze Zeit in den Augen der Welt.

Damit, mit der Menschwerdung, ist die Kirche gegründet; denn sie ist eben jene, welche das geschenkte Wort Gottes gläubig aufnimmt. Aus sich, abgesehen von ihrer Begnadung zur Gottesmutter, ist Maria ein Geschöpf wie wir, wenn auch schon beim Entstehen von Gott selbst "getauft". Dadurch aber, daß Gott vor allen Geschöpfen sich ihr schenkt und vereinigt, wird sie aus einem Geschöpf zu der neuen Schöpfung. Sie war und bleibt, wie wir, Person im Sinn einer bestimmten, begrenzten Natur: Nun aber wird sie und zunächst sie allein erhoben zu einer Person im Sinn der Relation: Sie ist das von Gott endgültig angenommene und damit, bei bleibender endlicher Natur, dennoch auch vergöttlichte Geschöpf. Das gab es vorher nicht; diese Relation wird, durch Kreuz und Auferstehung Jesu voraus vermittelt, erst in Maria Wirklichkeit. Eines der leeren und wartenden Geschöpfe wird zu der erfüllten, mit Gott vereinigten Schöpfung, zu jenem Raum, wo Gott und Geschöpf eins sind; dieser Raum aber ist, auch vom Geschöpf her gesehen, keineswegs nur unpersönliche Natur, sondern eine Person, Maria. Nie vergißt das Wort Gottes, daß die Menschheit nicht nur seine Natur, sondern zuvor und zuvörderst seine Braut, also Person ist und welchen Namen sie trägt. Damit ist Maria Kirche geworden; denn das eben ist im letzten die Kirche: das von Gott endgültig angenommene Geschöpf, welches treu Seinem Worte glaubt und unfehlbar zur ewigen Herrlichkeit geführt wird. Natürlich ist diese persönliche Kirche nicht versperrt: ihre Personhaftigkeit besteht ja in einer Relation, ist also unbeschränkt teilhabbar; auch wir gehören zur Kirche, sind die Kirche, werden langsam in Teilhabe an Maria das, was sie ursprünglich geworden ist und jetzt in aller Wahrheit ist: Jeder, der von Gott in den Raum des Glaubens gerufen wird und diesen Ruf annimmt, erhält Anteil an Marias Verhältnis zu Gott; doch diese Teilhabe ändert nichts an der persönlichen Einheit der Kirche - so wenig der ewige Sohn vervielfacht wird, weil in Ihm auch wir Kinder Gottes heißen und sind. Filii in Filio, sponsae in Sponsa.

Maria und die Kirche

Wie verhält sich nun die Kirche, insofern sie Maria in Person ist, zu der römisch-katholischen Kirche, die wir aus unserer Erfahrung kennen? Darüber wäre natürlich viel zu sagen, doch nicht hier und jetzt. Vorerst genüge eine Verhältnisgleichung: Ähnlich wie sich der historische Jesus zum verherrlichten Christus und dieser zu Seinem mystischen Leib auf Erden verhält, ähnlich verhält sich Maria von Nazareth zur Himmelskönigin der Maiandacht und zur Kirche auf Erden. So wie die Kirche als die Heil bringende in der Person Christi vor der Welt steht, so steht die Kirche als empfangende, hörende, glaubende, in der Person Mariens vor Gott. Bei jeder Sakramentenspendung steht unsichtbar, doch machtvoll wirkend, Christus selbst vor uns. Das weiß jedes katholische Kind. Bei jedem Sakramentenempfang [Vgl. Grignion, Traktat Nr. 266-273] steht aber auch hinter der empfangenden Seele Maria mit ihrem Glauben und ihrer vollkommenen Hingabe. Das täte jedem katholischen Priester gut zu wissen. Scheint uns nicht mitunter, wir seien eigentlich viel zu schwach, zu oberflächlich, um jetzt dieses Sakrament empfangen zu können und dennoch komme die Gnade irgendwie an, gehe nicht verloren? Ist nicht unser Glaube viel zu kümmerlich, um getrost zu sein vor Gott, und dennoch spüren wir, Gottes Wort läuft nicht ins Leere? Die Lösung ist einfach: Es gibt die Kirche, in deren Glauben nicht nur die getauften Säuglinge [Vgl. Trid. can. 18 de bapt. (Dz 869)], sondern auch wir halbwüchsigen Christen die Rechtfertigung finden; und diese Kirche kann darum vollkommen glauben, weil sie nicht nur Institution ist, sondern Person, und Person voll der Gnade. Für uns arme Sünder ist die Annahme der Gnade Geschenk nicht nur Gottes, sondern auch derer, in der Gott diese Annahme ungetrübt, vom ersten Augenblick ihres Lebens an, und mit für uns alle gewirkt hat. Extra Ecclesiam nulla salus - Maria mediatrix omnium gratiarum : beide Axiome besagen das nämliche: daß der Geschöpfe Gottes zwar viele sind, nur eine aber ist Seine Braut - una est columba mea - eine einzige hat Er Sich zu Seiner persönlichen Wohnstatt erkoren. In sie ruft Er dann freilich auch uns alle; der ungeheuerliche Vorzug Marias bedeutet für uns andere keinen Nachteil; nichts wünscht sie ja mehr, als ihren Glauben auch in uns zum Blühen zu bringen: nur ist sie, als die eine Braut und Kathedrale, immer auch dabei, wenn ein Geschöpf Seinen Schöpfer findet. Diese Stellung konnte unser Herr Seiner lieben Mutter nicht gut versagen; denn ist die Einheit von Gott und Geschöpf gestiftet, ist der Stromkreis Himmel -Erde einmal geschlossen, dann kann dies nicht ein zweites Mal geschehen: dann ist die Schöpfung begnadigt; und jedes andere GeschÖpf kann an diesem Gnadenverhältnis nur so teilbekommen, daß es sich in den Raum der Kirche einfügt, diesen dadurch zwar erweiternd, nicht aber kopierend: eben dieser eine glaubende Raum, die ohne Unterlaß wachsende Stadt Gottes, das neue Jerusalem von oben, unsere Mutter, die Freie, geschmückt wie eine Braut: das ist Maria.

Dazu zur Vorsicht noch ein Hinweis: Insofern Jesus unser Bruder in Adam ist, bedarf ich natürlich, hat sie Ihn einmal geboren, nicht mehr der Vermittlung Mariens, um zu Ihm zu gelangen. Das wäre Unsinn und gegen die Evangelien. Was nützt es mir aber, den Menschensohn zu küssen wie Judas oder historisch zu erforschen wie Tausende von Spiegellesern, wenn ich nicht an Ihn glaube? Glaube ich aber an Ihn, so glaube ich, aber nicht ich, sondern in mir glaubt die, welche selig ist, weil sie geglaubt hat.

Wie ist es aber möglich, daß Maria etwas, was mir so persönlich eigen ist wie mein Glauben, von innen her mitwirken, ja solcherart primär wirken kann, daß mein Tun nur eine Teilhabe an ihrem ist? Wie ist das möglich, wo sie doch an sich ein Geschöpf wie andere ist, festgelegt in Raum und Zeit? Hier rühren wir an einen bedeutsamen Sinn des Himmelfahrtsdogmas. Maria ist voll und ganz verherrlicht, d.h. aber doch, daß sie auf geheimnisvolle Weise, ähnlich wie Christus, weil enger als je eins mit Ihm, Anteil an Gottes Ewigkeit bekommen hat, an jener Ewigkeit, welche nicht nur vor und nach jeder Zeit ist, sondern auch in jeder Zeit und über jeder Zeit. Die Jahre kommen und gehen, der Himmel aber wird über allen sein. Wo und wann immer ein Mensch also Gottes Gnade angenommen hat, und sei es in einer Steinzeithöhle, da hat der verherrlichte Christus sie ihm gereicht und Seine mitverherrlichte Braut sie in der Seele jenes Menschen angenommen. Und wenn die Lesungen der Mutter-Gottes-Feste verkünden: Ab initio et ante saecula creata sum, so ist das offenbar nicht auf Marias Erschaffung vor 2000 Jahren zu beziehen, wohl aber auf ihre Kreierung zur Himmelskönigin, da sie mit einem Schlage zur Ewigkeit Gottes emporgehoben und jeglicher weltlicher Getrenntheit entrückt ward. Seitdem braucht man zum Rosenkranzbeten kein Telefon. Denn uns, die den richtigen Himmel auch hinter allen Sternen und Millionen Lichtjahren nicht mehr finden, uns ist er ganz nahe. Dies wollte also ein Versuch sein, den Satz Maria = Kirche in etwa verständlich erscheinen zu lassen.

[Selbstverständlich werden sich manchem Leser auch gewichtige Einwände aufdrängen, einer z.B. von dem Gedanken her, daß doch, auch von unten gesehen, Christus selbst in seiner heiligen Menschheit, und nicht etwa Maria, der Gipfel der Schöpfung ist. Der Ausgleich dieser Wahrheit mit der dargelegten These würde aber den Rahmen dieses kurzen Aufsatzes sprengen: es geht dabei um die alte Vexierfrage „ist Christus ein Geschöpf?“ - welche in der Frühscholastik äußerst lebendig war, sodann für etliche Jahrhunderte zur Ruhe kam vermittels kluger Distinktionen, die aber heute wieder schal geworden sein dürften. Vgl. A. M. Landgraf: Die Stellung der Frühscholastik zur Frage, ob Christus ein Geschöpf sei. Scholastik 25 (1950), 75-96; auch in: Landgraf D, II,1,172-198. Bemerkenswert ist, daß, besser als viele Katholiken, manche Protestanten deutlich sehen, daß für unseren Glauben in bestimmter Hinsicht Maria und die Kirche denselben Platz einnehmen. Siehe dazu U. Valeske, Votum Ecclesiae, Mü 1962, S. 171-173. Ihre Einwände lassen sich, scheint mir, auf zwei zurückführen. 1. „Der evangelische Glaubenssatz, der dem Mariendogma entgegenzuhalten ist, ist also schlicht derselbe, der gegen die römisch-katholische Lehre von der Gnade und von der Kirche geltend zu machen ist: Jesus Christus, das Wort Gottes, existiert, regiert und waltet innerhalb der geschaffenen Welt so souverän wie von Ewigkeit her bei seinem Vater, gewiß, am und im Menschen, gewiß in seiner Kirche und durch sie, aber so, daß auf der ganzen Linie er selber der Herr ist und bleibt, so, daß der Mensch ebenso wie die Kirche nur ihm und in keinem noch so indirekten Sinn auch sich selber die Ehre geben können, so, daß eine Reziprozität, eine Wechselwirkung auch unter den behutsamsten Kautelen nicht in Frage kommt (K. Barth, Kirchliche Dogmatik I,2, S. 160). - Darauf scheint mir gesagt werden zu müssen: Der geltend gemachte Glaubenssatz kann in sich durchaus richtig verstanden werden. Eine Reziprozität zwischen Schöpfer und Geschöpf mit Recht ausschließen heißt aber keineswegs die wirkliche Erlösung leugnen; das aber tut, wer nicht bekennt, das Geschöpf werde vom Schöpfer wirklich zum Eigen-Tun ermächtigt und gebracht, und wer darum gegen das Mariendogma aufsteht. Genauer und insofern auch wahrer als Barth spricht Johannes (Joh 4,14): Wer da trinkt aus dem Wasser, das ich ihm geben werde, wird nicht mehr dürsten in Ewigkeit, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle werden von Wasser, das ins ewige Leben sprudelt. Christus also gibt uns zu trinken; aus uns sind wir nichts, nicht einmal offen und bereit für Gottes Gaben; keine Rede hier von Wechselwirkung zweier voneinander unabhängiger Ursachen. Dennoch aber wird Gottes Gabe in uns zum Quell, entspringt dank der Gnade das göttliche Leben dann auch geheimnisvoll in uns selber. Weil man Barths Satz in dem Sinn (miß)verstehen könnte, daß wir bloß Ausguß sind oder höchstens träge Wanne, darum erscheint er, an der Schrift gemessen, recht unglücklich formuliert.

2. „In Maria ist die Kirche regina coeli. Der Marienkult erlaubt es, ohne daß diese Zusammenhänge sichtbar werden, die Kirche selbst als Stätte des Kultus zum Gegenstand des Kultus zu machen. Und erst so verstehen wir recht das Anliegen, die leibliche Himmelfahrt Mariae zu dogmatisieren. Es geht hier um mehr als um eine Dogmatisierung eines Mirakels. Es geht um den Schlußstein im Gebäude der Ekklesiologie. Es handelt sich um die Fortführung des abgebrochenen Vaticanum. Auch diese Differenz zwischen Christus und Maria muß noch überbrückt werden: Nicht nur Christus, sondern auch Maria ist bereits leiblich gen Himmel gefahren. Auf die Kirche übertragen heißt das doch: die Auferweckung der Toten am Jüngsten Gericht geht sie nichts mehr an. Die Kirche ist bereits in eschatologischer Weise vollendet. Der letzte Rest eschatologischer Spannung ist damit aus dem katholischen Kirchenbegriff entfernt (G. Ebeling, bei Valeske 173). - Nun, uns scheint, es sei alles gerade umgekehrt. Eben weil wir die Ruhmesnamen, die die Schrift der Kirche doch zweifellos auch gibt, auf Maria beziehen, gewinnen wir eine zweifache Klarheit:

a) Die Kirche, selbst in all ihrer Herrlichkeit genommen (echousan ten doxan tou Theou! - Apk. 21,11) ist nie und nimmer Gott und Christus selber, sondern bleibt, werde sie gleich (Eph 5, 32) mit Ihm ein geheimnisvoller Leib, als Seine gehorsame Braut Ihm gegenüber immer die Empfangende.

b) Wir noch in der Zeit Pilgernde, die Kirche also als Gemeinschaft jetzt Lebender genommen - auch das ist ein notwendiger Aspekt „des“ katholischen Kirchenbegriffes - wir, und also die Kirche, die wir sind, sie ist nicht nur von Christus, sondern auch von Maria als ihrer eigenen Endgültigkeit sehr wohl verschieden, ist also keineswegs schon verherrlicht, vielmehr wartet die Kirche durchaus auf den Tag der Tage, da sie durch Wasser des Todes und Flammen des Gerichtes hindurch endlich in ihr himmlisches Haus (2 Kor 5,1) aufgenommen zu werden hofft, liebevoll erwartet vom König -und allerdings auch Seiner Königin. Die vielen herrlichen Bilder, welche beide zusammen in ihrer Glorie darstellen - z.B. in der Apsis von Maria Maggiore - nichts anderes wollen sie, als diese unsere große Hoffnung wachhalten. So und nicht anders sollte ein Katholik sie anschauen.]

Folgen für unsere Marienverehrung

Nun noch einige Folgen für unsere Marienverehrung und unsere Stellung zur Kirche. Da heißt es zunächst bei der Marienverehrung zwei Aspekte sauber auseinanderzuhalten. Ich kann Maria verehren einmal als Ikone für Gott und sodann in sich selbst.

Bei Isaias vergleicht Gott Seine Liebe zu uns einmal mit der einer Mutter. Doch sind solche Stellen selten und haben keinen Einfluß auf unser Gottesbild, welches eindeutig vom Vater her geprägt ist. Nun sind aber zwei Dinge unbestritten: einmal, daß in Gott wie die Väterlichkeit so auch die Mütterlichkeit aufgehoben ist, und zweitens, daß für uns beides durchaus nicht dasselbe ist, sondern vielmehr erst beide zusammen ein in etwa vollständiges Bild ergeben. Da nun die Theologie die Mütterlichkeit Gottes dem Volke nicht nahebringt, ja geradezu verbaut, hat das Volk und auch die Theologen qua Volk sich selbst geholfen und sieht die Mutter Gottes als Ikone für Gott die Mutter an -ein Bild, welches dann auch mit der gebührenden Adoratio relativa reichlich bedacht wird. Alla grazia tua divina dan tributo di lor fè ... Das geschieht notwendig und mit vollem Recht, doch wäre es, nicht zuletzt aus ökumenischen Gründen, vielleicht doch gut, diese Sachlage klar zu sehen und in der Theologie entsprechende Folgerungen zu ziehen. Doch dies nur nebenbei.

Neben solcher Anbetung Gottes als unserer Mutter durch Marias Gestalt hindurch gibt es natürlich auch die der heiligsten Jungfrau in ihr selbst geschuldete und dargebrachte Verehrung. In diesem Sinn ist wohl die Marienweihe der MC gemeint: Weil Maria es ist, die Gott selbst zu Seinem Tempel, Seiner Kirche geweiht hat, darum weihen wir uns ihr, d. h. wollen bewußt ihr und zu ihr gehören. Nicht weil sie unser Ziel wäre: das ist der Vater. Auch unser Weg ist sie nicht: das ist Christus. Wohl aber ist sie die Tür, durch welche wir aus dem Kerker unserer Eigensucht heraus gelangen auf den Weg, der uns zum Ziele führt.

Folgen für unsere Stellung zur Kirche

Die Wahrheit, daß Maria die Kirche ist, kann auch unsere Kirchenfrömmigkeit erleuchten. Solange ich in der Kirche nicht eine lebendige Person sehe, muß mein Verhältnis zu ihr notwendig unvollständig bleiben. Je nach dem Temperament wird man die Kirche der Erfahrung oder das unsichtbare Ideal höher schätzen. Die Empiristen teilen sich dann wieder in zwei Lager auf: die einen reden viel von Liebe zur Kirche und Bewunderung der Kirche; was sie aber mit Kirche meinen, ist die großartige Organisation, das Funktionieren von Tausenden von Scharnieren, kurz: alles das, was einen Katholiken mit einem gewissen fleischlichen Recht stolz auf seine Kirche machen kann. Er wird dann vor Geschwüren und Eiterbeulen an demselben Leibe gern die Augen schließen, sie auf jeden Fall so ernst nicht nehmen, wie sie es verdienten. Die von Natur mehr pessimistisch sind, werden dagegen mit traurigem Vergnügen den Finger in die offenen Wunden legen und sich vielleicht ihr Leben lang an ihrer entsetzlichen Gewöhnlichkeit schmerzlich reiben. Sooft sie die Kirche laut bewundern und rühmen hören, müssen sie innerlich lächeln - und oft genug auch äußerlich.

Wer dagegen die Kirche, die er erlebt, nicht so wichtig nimmt wie sein Ideal von ihr, der hat es leicht, in schönen Träumen dahinzuleben: oh, er wird die Kirche lieben; aber was er liebt, das gibt es eigentlich gar nicht; begeistern wird er sich für sie, doch von der anderen Seite nie recht ernst genommen werden können: denn wovon er schwärmt, die reine Kirche, die gibt es ja nicht. Und vor allem wird er leicht die wirkliche Kirche auf Erden vernachlässigen; sein Ideal kann von der ja sowieso nie erreicht werden. - Alle diese Fehler kommen aus gemeinsamer Wurzel: Man hält die Kirche für eine einfache Sache statt für ein Geheimnis. Für wen dagegen Maria die persönliche Wirklichkeit der Kirche ist, der weiß - nicht für was, sondern für wen er sich mit vollem Recht begeistern kann; auf äußeren Erfolg ist er nicht angewiesen, um die Kirche lieben zu können, kein Ideal auch braucht er sich zurechtzuträumen; denn sein Ideal ist schon wirklich, zieht ihn aber gerade nicht von der Kirche um ihn herum ab, sondern weist ihn darauf hin; er sieht durchaus die häßlichen Flecken auf dem Gewand seiner Königin und wird sich nach Kräften bemühen, sie zu entfernen. Kurz, für wen Maria die Kirche und die Kirche Maria ist, der kann wirklich die Kirche lieben - denn lieben im strengen Sinn kann ich nur eine Person - und er kann wirklich Maria dienen - denn in ihren Kindern wartet sie auf seine Arbeit -während Marienverehrung ohne Dienst und Kirchendienst ohne Verehrung verhängnisvolle Verstöße sind, wenn nicht gegen die Orthodoxie, so doch gegen die nicht minder wichtige Orthopraxis.

Die letzten Bemerkungen wollen natürlich beileibe nicht besagen, nur wer diese These hält, könne ein guter Katholik sein. Das haben hoffentlich auch unsere Vorgänger bei ihrem Immaculata-Schwur nicht gesagt! Es hieße dogmatische Forschung mit Separatismus verwechseln. Wenn, wie man heute mehr und mehr sagt, ein gottloser Kommunist im Grunde seines Herzens doch den guten Glauben haben kann, wenn ein Hadschi zu Mekka gegen seinen leidenschaftlichsten Willen doch vielleicht irgendwie Christ und ein lutherischer Pastor, ohne es zu ahnen, nicht reapse-vollkommen, aber doch teilhaft und voto Glied der römischen Kirche sein kann, dann muß erst recht innerhalb des einen Schafstalles größeres Gewicht auf die Gemeinsamkeit des impliziten als auf eine Getrenntheit im expliziten Glauben gelegt werden. Daß Maria im ausgeführten Sinn die Kirche ist, diese These ist kein Dogma, sondern nur eine sententia probabilis.

Es wäre auch durchaus verkehrt, mindestens für die Mehrzahl unter uns, nun in der Weise, wie es etwa der hl. Grignion getan hat, das gesamte christliche Leben vorwiegend unter dem Gesichtspunkt zu sehen, daß es in Maria geschieht. Es gibt zentralere Geheimnisse als dieses und sie vor allem wollen gelebt sein. Doch sollten wir nie vergessen: In diesen Bereichen schließen sich Vermittlung und Unmittelbarkeit nicht mehr aus, sondern die einzige Aufgabe der vermittelnden Person ist es gerade, die Unmittelbarkeit zu vermitteln. Die Mohammedaner beten unmittelbar zu Gott: nicht minder die Christen; denn eben diese Unmittelbarkeit zum Vater hat Christus nicht nur den Christen, sondern auch den Moslems gebracht. Die Protestanten wenden sich an Christus: auch die Katholiken tun das; nur wissen sie überdies, daß diese unsere Unmittelbarkeit zum Worte Gottes durch die Kirche vermittelt ist, daß ohne Maria keiner wahrhaft zu Christus kommt. Nicht wie Scheidewände, und seien es noch so dünne, sind Christus und Maria zwischen uns und dem Vater, sondern als Weg zum Ziel und Tür auf den Weg. Schaue ich zum Ziel, in der offenen Tür stehend und den Weg vor mir, so habe ich als Katholik alle Möglichkeiten. Ich kann mich, ohne ausdrücklich auf Tür und Weg zu achten, als Kind Gottes unmittelbar an den Vater wenden; wirklich ich selbst bin ja Sein Kind und habe niemand zwischen mir und Ihm, der irgendwie diese Unmittelbarkeit beeinträchtigte. In dieser Haltung kann ich mich mit allen Menschen treffen, die an Gott glauben. Ich kann mich zweitens an Christus wenden, meinen Erlöser, Aug in Auge, ohne mich dabei krampfhaft daran zu erinnern, daß ich dies als Glied der glaubenden Kirche, also in Maria tue: Kein Hindernis ist sie, sondern sie hilft mir gerade zu der wahren und freien Unmittelbarkeit zu Christus. Diese Haltung habe ich mit einem gläubigen evangelischen Christen gemeinsam und es ist hier kein Unterschied zwischen uns. Ich kann mich endlich bewußt zu Maria kehren, der Sünder und Einzelne der ich bin, zu ihr aufblicken, welche die reine Kirche ist und die ganze Kirche. Auch dies ist ein berechtigter Standpunkt; denn er entspricht der Wirklichkeit, die Gott gewollt hat.

Wenn dann der Moslem uns, weil wir Christus anbeten, Vielgötterei vorwirft; wenn der Protestant uns ob unserer Marienverehrung anklagt, in sekundäres Heidentum [Rössler, RGG IV,762] verfallen zu sein, so können wir uns kaum wehren: So, wie er die Dinge sieht, muß er vielleicht so sprechen, wenn er nicht jene Unmittelbarkeit verraten will, die Gott ihm wie uns geoffenbart hat, die er aber nicht als vermittelte erkennen kann.

Wir aber wollen, wie einst die ersten Apostel Christi einträchtig versammelt um seine Mutter nach dem Fleische und in Seiner Braut dem Geiste nach beten zu Ihm, dem Eingeborenen des Vaters und Erstgeborenen der Mutter, beten für die katholische und apostolische Kirche, die aber auch immer ist die Eine und die Heilige, und das nicht nur irgendwie, sondern als eine Person und eine Person voll aller Gnade.


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